Deeskalationstraining: Handgreiflichkeiten vermeiden

Im Klinikum werden Rettungskräfte für den Ernstfall geschult. (Bild: Ralf Krieger)

Von Michael Richmann, 25.04.11, 15:06h

Um in brenzligen Situationen besser reagieren zu können, bietet das Klinikum Deeskalationstrainings für Rettungskräfte an. Rettungsteams geraten häufig in emotionale Stresssituationen.

Schlebusch - Es ist 2 Uhr morgens, als der Notruf eintrifft. Sofort bricht der Rettungsdienst des Leverkusener Klinikums zum Einsatzort auf. Auf dem Weg gibt es die Lagebesprechung: Verdacht auf Herzinfarkt. Bei der Ankunft ist die Stimmung bereits gereizt: „Warum hat das so lange gedauert? Ist Euch das Leben meines Vaters nicht wichtig genug?“ Der Arzt rollt mit den Augen, es ist schon der siebte Einsatz an diesem Abend. Zwischendurch war nicht einmal Zeit für einen Automatenkaffee. Er sagt: “Erklären Sie mir nicht, wie ich meinen Job zu machen habe!“ So kommt eins zum anderen: die Angst über den möglichen Verlust des Vaters trifft auf den „emotionalen“ Stress des Rettungsteams.Die Situation schaukelt sich hoch, es kommt zu Handgreiflichkeiten.

Die geschilderte Situation ist rein fiktiv, aber ziemlich nah an dem, was die Vertreter am Mittwochabend berichteten. Und darauf gilt es vorbereitet zu sein. Daher hatte der Verein zur Förderung der Rettungsdienste (VFR) das Deeskalationstraining im Leverkusener Klinikum organisiert. Als Referenten konnten Dirk Heinrichs, Schauspieler und Geschäftsführer des Vereins „Sprache gegen Gewalt“, sowie Thommy Luke Böhlig, Deutschlands Nationaltrainer im Wing Tsjun Kung Fu, gewonnen werden. Heinrichs plauderte von seinen Erfahrungen mit Gewalttätern, deren Betreuung sich sein Verein auf die Fahnen geschrieben hat. Sein Konzept: Wenn Menschen eine Sprache gegeben wird, haben sie weniger Anlass, ihre Sprachlosigkeit mit Gewalt zu übertünchen.

 

Eskalationsstufen

Dabei ließ er auch sehr viel theoretisches Hintergrundwissen einfließen, etwa über die verschiedenen Eskalationsstufen: Dem ersten Blickkontakt folgt ein Dialog. Dabei habe der Angegriffene stets die Möglichkeit, die Situation zu entschärfen. „Erstes Ziel ist immer, den Kontrahenten wieder runter zu bekommen.“ Respekt sei immer wichtig: „Diese Jungs haben eine ganz feine Antenne für Demütigungen“, weiß Heinrichs. Gegenüber einem Muslim könne ein freundliches „Salam Alleikum“ Wunder wirken. Einem Deutschen könne man sich freundlich vorstellen. Grundsätzlich gelte es, eine bestimmte, aber sichtbar defensive Position einzunehmen. Jedem müsse klar werden, wer der Aggressor und wer Verteidiger ist. Auch wenn es zu Schubsereien „dritte Eskalationsstufe“ kommt, bestehe noch immer die Möglichkeit, sein Gegenüber wieder „herunterzuholen“. Aggressivität baue sich Stück für Stück auf, und da müsse eingehakt werden: „Da kann man auch schon einmal fragen, wie viel dreimal sieben ist, Hauptsache der Gegner wird aus dem Takt gebracht.“

„Aggression ist etwas zutiefst menschliches, Gewalt ist hingegen anerzogen.“ Dann erklärte er, dass Kinder, die Gewalt erlebt hätten, daraus lernten: „Die klassische Situation: Papi schlägt Mami. Das Kind schreit «Nein», der Vater schlägt aber trotzdem weiter, und Mama macht hinterher, was Papa will, nur um Ruhe zu haben.“ Da werde nur eins und eins zusammengezählt. Die meisten Gewalttäter waren vorher als Gewaltopfer bei der Polizei. Ganz so dick kommt es im Alltag der Rettungsdienste freilich selten. „Meistens bleibt es bei verbalen Auseinandersetzungen“, weiß Rettungsassistent Joachim Pfau. Dennoch empfand er das Training als sehr hilfreich. Er habe schon den Eindruck, dass die Gesellschaft zunehmend verrohe.

Kung-Fu-Trainer

Und manchmal komme eben doch der Punkt, an dem eine körperliche Auseinandersetzung nicht mehr vermieden werde könne. Für diesen Fall trat der Kung-Fu-Trainer auf den Plan: In wenigen Übungen zeigte er den Rettungskräften, wie wehrhaftes Verhalten aussehen kann. Thorsten Kreutz, Vorstandsvorsitzender des VFR, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Training: „Es wurden viele Fragen gestellt, die sehr gut beantwortet wurden.“ Gerade für die jungen Leute, die sich noch auf dem Weg zum Rettungsassistenten befinden, sei dieses Training sinnvoll gewesen, da es kein Bestandteil der regulären Ausbildung sei.

 

www.leverkusener-anzeiger.ksta.de/html/artikel/1302889612671.shtml

Workshop im APRIL

Das Thema diesen Monat: Selbstverteidigung mit Alltagsgegenständen

Der Workshop diesen Monat wird verbandsoffen sein, das heißt, jeder kann daran teilnehmen. 

Allerdings wird die Teilnehmerzahl auf Grund der Größe des Raums begrenzt sein.

Samstag, der 23.04.2011

Beginn:  10:30 Uhr

Ende: 13:00 Uhr

Zielgruppe: (ab 16 Jahren) 

                     Anfänger, 

                     Fortgeschrittene, 

                     Kampfkünstler/-sportler aller Stile

Vorraussetzungen: Keine

Der Lehrgang richtet sich an alle, die lernen möchten, wie man gebräuchliche Gegenstände (z.B. Kugelschreiber, Regenschirm, Zeitung, Trinkflasche, etc.) effektiv zur Selbstverteidigung einsetzten kann.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, deshalb ist der Anmeldeschluss am Dienstag, den 19.04.2011

Bitte meldet Euch (und evtl. Freunde/Bekannte) frühzeitig bei mir an!

Schickt mir dann bitte eine kurze Mail mit Namen, Telefon und Anzahl der Leute.

Duisburger Wing Tsjun Schule eröffnet

Am Mittwoch, den 2. Dezember 2009 eröffnete im "Duisburger Taiko Centrum" eine neue Schule der Wing Tsjun International.

Wer sich in der Dämmerung durch die herbstliches Wetter nicht abschrecken ließ, wurde von der warmen und freundlichen Atmosphäre im Taiko Centrum begrüßt. Dort erwarteten Alexander Stögermayer und Nils Krokfors Interessenten und Freunde des Wing Tsjun.

Unter den Augen von Sifu Thommy Luke Böhlig und Sihing Tobias Kleinhans eröffneten die Schulleiter die Einführungsveranstaltung mit einigen Erläuterungen zum Wing Tsjun Stil, welche durch eine dynamische Demonstration von WT-Selbstverteidigungstechniken unterbrochen wurde.

In der nachfolgenden Einführungsstunde konnten Interessierte einige Grundlagen und Techniken selbst erleben, und so einen positiven Eindruck mit nach Hause nehmen.

Zuvor fand am Nachmittag eine Demonstration des Kids Kung Fu Systems statt.

Die Geschwister Pia und Corinna, die Kung Fu im Ratinger Wing-Tsjun-Center erlernen, bezauberten die Zuschauer durch ihr freundliches Wesen und Gelassenheit, mit der sie ihre konsequent ausgeführten Kung-Fu-Techniken präsentierten.

Unter diesen guten Vorzeichen kann die „Duisburger Wing Tsjun Schule - Schule für Selbstverteidigung und Bewegungslehre“ nun einer erfolgreichen Zukunft entgegeblicken.

Aufbau-Kurs und Neueinsteiger-Kurs für Menschen ab 55[mehr]

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